Fußballabteilung TSV Klein Lafferde

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18.03.2021

Presseartikel Peiner Allgemeine Zeitung

Die Klein Lafferder Fußballer rund um den Ex-Abteilungsleiter Christian Reimann-Kehrer hatten beim TSV in wenigen Monaten schon so einiges bewegt und noch viel mehr vor. Nun wurde die Herzensangelegenheit der Spieler, in ihrem Dorf Fußball zu spielen, auf Eis gelegt. Das gesamte Team verlässt den Verein.

„Wir möchten einfach nur Fußball spielen“, schreibt die Fußballabteilung des TSV Klein Lafferde in einer Mitteilung im sozialen Netzwerk Facebook und kündigt damit den Abschied der Herren-Mannschaft vom Verein in der Gemeinde Lengede an. „Unter diesem Vorstand ist das hier einfach nicht möglich“, ergänzt Ex-Fußballobmann Christian Reimann-Kehrer. Hinter den Kulissen habe es bereits seit der im September 2020 stattgefundenen Jahresversammlung des TSV „gewaltig gebrodelt“. Die Vorwürfe gegen den Vorsitzenden Mario Wrackmeyer sind drastisch und reichen von Wahlbetrug bis zur Verbreitung von Unwahrheiten im Dorf, wogegen sich der gesamte Vorstand des Vereins verwahrt. Was bleibt sind eine annullierte Versammlung, der Rücktritt der stellvertretenden Vorsitzenden Christina Skamrahl, die Absetzung des Fußball-Obmanns und der damit verbundene Abschied eines Großteils der Fußballer.

In der Saison 2011/12 nahm der TSV Klein Lafferde letztmals eigenständig am Spielbetrieb teil, ehe er im Folgejahr mit dem SV Lengede gemeinsame Sache machte. Vor allem mit Spielern aus der 1300-Einwohner-Ortschaft wollte Christian Reimann-Kehrer die Mannschaft nun wieder zur Eigenständigkeit bringen und lobte die 1. Kreisklasse als langfristiges Ziel aus. „Wir haben alles erdenklich Mögliche getan, um den Verein nach vorne zu bringen“, erklärt der bisherige Abteilungsleiter und nennt die Renovierung des Sportheims, die Platzpflege und die Inbetriebnahme der Verkaufsbude. Zudem habe er viele neue Sponsoren akquiriert.

Schriftlich stellt der TSV-Vorstand fest, „dass der Verein an einem strukturierten und nicht überhasteten Ausbau der Fußballabteilung interessiert ist.“ Diesen Ansatz habe Reimann-Kehrer aber nicht verstanden. Vorsitzender Mario Wrackmeyer, Kassenwartin Silke Wrackmeyer und Geschäftsführerin Marion Wölk werfen dem ehemaligen Fußball-Abteilungsleiter vor, „unabgestimmte Alleingänge“ gemacht zu haben, auf die sie aber nicht näher eingehen wollten. „Das würde zu tief gehen“, erklärt der Vorsitzende. Letztlich habe dies aber zu einem angespannten Verhältnis geführt.

Erster Knackpunkt in diesem vereinsinternen Streit war die Jahresversammlung im September 2020, bei der die Fußballer ihren Stürmer Marcel Runge als Schriftführer zur Wahl stellten. Die gesamte Mannschaft sei vor Ort gewesen, um den Kandidaten zu unterstützen, erklären Reimann-Kehrer und Christina Skamrahl, die damals noch die stellvertretende Vorsitzende des Vereins war. Dennoch gingen die Fußballer leer aus, die Gegenkandidatin gewann die Wahl, die laut dem Ex-Fußball-Obmann „rechtswidrig durchgeführt“ worden sein soll.

So habe der Vorstand den Mitgliedern, die nicht an der Versammlung teilnehmen konnten, eine schriftliche Stimmabgabe ermöglicht. „Obwohl uns Mario Wrackmeyer zwei Tage vorher bestätigt hatte, dass so etwas nicht gemacht wird“, erklärt Reimann-Kehrer. Bei der Auszählung in der Klein Lafferder Kirche habe Marcel Runge durch die Stimmen der Anwesenden „meilenweit vorne gelegen“. Erst als die Stimmen der anderen Mitglieder hinzukamen, verlor der Fußballer an Boden. „Die Abgabe von Stimmen vor einer Versammlung ist grundsätzlich zulässig“, heißt es im Protokoll der Ehrenratssitzung, bei der die Versammlung annulliert wurde. „Allerdings ist hierfür die Beteiligung aller Mitglieder erforderlich. Dies ist im beanstandeten Fall nicht geschehen.“

Letztlich wurde die gesamte Versammlung annulliert, da der Vorstand seine Mitglieder nicht fristgerecht geladen hatte. Über den Vorwurf einer verfälschten Wahl sagt Vorsitzender Mario Wrackmeyer: „Wenn es einen Gesetzesverstoß gegeben hätte, dann hätte mich der Ehrenrat meines Amtes entheben können. Das hat er aber nicht getan.“ Pikant in dieser Angelegenheit: Die zurückgetretene Christina Skamrahl bestätigt Reimann-Kehrers Vorwurf, dass der Vorsitzende gesagt haben soll: „So lange ich der Vorsitzende bin, wird es im Vorstand keine Fußballer geben.“ Stattdessen wurde dieser durch Maike Henke-Börsch – mittlerweile auch zurückgetreten – ergänzt. Der Ehrenrat hatte im Zuge der Annullierung eigentlich Marcel Runge vorgeschlagen.

Eine neue Eskalationsstufe war kurz vor Weihnachten erreicht, als Christian Reimann-Kehrer das Amt des Abteilungsleiters räumen sollte. Einen Tag vor der notwendigen Abstimmung habe Mario Wrackmeyer laut dem Fußballobmann einem Mitglied der Ü50-Mannschaft erklärt: „Chris hat mich mit der Anfechtung der Wahl lächerlich gemacht. Das lasse ich mir nicht bieten, den schmeiße ich raus.“ Der Vorstand begründet die Amts-Enthebung mit der fehlenden Zusammenarbeit: „Da es in einem Verein bestimmte Regeln gibt und der Vorstand die Verantwortung für den Gesamtverein trägt, war es erforderlich, den Abteilungsleiter am Ende des letzten Jahres seines Amtes zu entheben.“ Vor einer Woche fand ein letzter Gesprächsversuch statt, um die Wogen zu glätten. Die Vertreter aus der Herren-Mannschaft und der Ü50, der Ehrenrat mit dem Ehrenvorsitzenden Herbert Meier und Wolfgang Behrens vom Kreissportbund arbeiteten an einem Kompromiss, doch der Vorstand sei bei seiner Meinung geblieben. Der wiederum beteuert, stets gesprächs- und kompromissbereit gewesen zu sein. „Wir haben alles versucht, um die Abteilung zu behalten“, erklärt der Vorstand.

„Für uns hat sich diese Thematik nun erledigt. Ü50 und 1. Herren haben geschlossen ihre Kündigungen abgegeben und wir werden den Verein verlassen“, teilte die Fußballabteilung mit. Der Vorstand spricht von einer Verlust-Situation für beide Seiten und zeigt sich enttäuscht über den Umgang mit der Situation seitens der Fußballer. Der Vorstand habe die Angelegenheit lediglich intern behandelt, während die Fußballabteilung „ihren Frust in öffentlichen Medien“ entladen habe. „Der Artikel bei Facebook ist für mich eine Farce“, erklärt Silke Wrackmeyer, die ihren Mann verteidigt. Zusätzlich zum Text war ein bearbeitetes Bild des Vorsitzenden als Pippi Langstrumpf aufgetaucht. „Das grenzt bereits an Mobbing“, sagt die Kassenwartin.

Der Post hat hohe Wellen geschlagen, wurde mehr als 30-mal geteilt und ebenso oft kommentiert – mit oftmals sehr ähnlichen Meinungen über die Situation in Verein und Vorstand. Ein verfasster Kommentar der Gegenseite sei von der Seite der Fußballer gelöscht worden, erklärt Silke Wrackmeyer. „Wir haben viele Mitglieder, die nach wie vor hinter diesem Vorstand stehen und dies auch mehrfach in schriftlichen Stellungnahmen bestätigt haben.“

Was bleibt ist viel zerschlagenes Porzellan. Die Fronten haben sich längst verhärtet und jeder Vorwurf steht einem weiteren entgegen – die Fußballabteilung des TSV Klein Lafferde hat eine ungewisse Zukunft.

Mannschaft sucht jetzt nach neuer „fußballerischer Heimat“
„Wir werden die Fußballabteilung wieder neu aufbauen, das machen wir jetzt nicht zum ersten Mal“, erklärt Mario Wrackmeyer, Vorsitzender des TSV Klein Lafferde. Der Verein schaue nach vorne, schreibt der Vorstand in seiner Mitteilung, und arbeite mit seinem neuen Fußball-Abteilungsleiter an Lösungen. Nach dem vielen Hin und Her werde Michael Lemahl den Posten übernehmen. Zuvor hatte er die Klein Lafferder Mannschaft trainiert.

Die sucht nun nach einem neuen zu Hause, obwohl sie am liebsten in Klein Lafferde bei ihren Anhängern geblieben wäre. „Wir haben das Gespräch mit dem TSV Bodenstedt und dem SV Lengede. Hier haben wir um eine neue fußballerische Heimat gebeten. Intern werden wir nun absprechen, welcher der beiden Vereine es werden wird“, berichtet Christian Reimann-Kehrer.

https://www.sportbuzzer.de/artikel/spannungen-seit-september-fussballer-verlassen-tsv-klein-lafferde/



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